OliB. Geschrieben am Mittwoch um 19:41 Hallo, da ich gerade ein Smart 450 Cabrio wieder fit mache, habe ich mich mal näher mit den Dachholmen beschäftigt. Wenn man die Gummidichtung abzieht, kommt relativ viel Rost zum Vorschein. Dieser kommt hauptsächlich von innen unter dem Blech vor und ist nur schwer zu beseitigen. Scheint aber ein allgemeines Problem zu sein. Es macht also auch wenig Sinn, andere gebrauchte Holmen zu kaufen. Ich hab deshalb den billigsten gekauft, den ich irgendwie bekommen konnte, um mir mal den inneren Aufbau anzuschauen. Ich konnte dabei folgendes feststellen: Die Gummidichtung lässt sich erstmal relativ leicht abziehen. Das äußere lackierte Blech ist nur mit einer Art Karosseriekleber auf den Kunststoff aufgeklebt. Er hat ungefähr die Härte von Gummi z.b. Reifen. Die Klebenaht ist dabei ca 1cm breit direkt an der Außenkante des Bleches umlaufend. Ich habe das Blech mit der Heißluftpistole (höchste Stufe) sehr heiß gemacht und dann leicht gehebelt, bis es sich gelöst hat. Der Kleber selbst scheint dabei recht Temperaturbeständig zu sein. Es hat sich viel mehr zwischen Blech und Grundierung gelöst. Problem ist, dass man eigentlich nicht das ganze Blechteil gleichzeit auf genügend Temperatur bekommt. Man muss also auf einer Seite anfangen und sich vorarbeiten. Ich habe erstmal die untere Seite (Richtung Seitenscheibe) heiß gemacht und gehebelt. Da wo der Rost drunter ist, ist erstmal am wenigsten Widerstand. Ein Problem war dabei, das richtige Werkzeug zu finden. Ich das Blech mit einem großen Schlitzschraubendreher relativ schnell verbogen. Evtl. ist es besser, viele kleine Holzkeile rein zu schieben, um die Kraft auf eine größere Fläche zu verteilen. Als ich die untere Seite gelöst hatte, habe ich mit vorn hoch gearbeitet und dann an der Oberseite von vorn nach hinten. Der vordere Teil des Bleches ist relativ stabil, da es unten Richtung Seitenscheibe gekantet ist. Erst im hinteren Bereich, wo es schmaler wird und unten die Abkantung fehlt ist es mir beim Ziehen abgeknickt. Es war leider noch zu fest und ich habe zu etwas sehr gezogen. Also Verbesserung würde ich hier beim nächsten Mal lieber einen Schneidedraht (z.b. 0,8mm Schweißdraht vom MAG) als Schlaufe legen und ziehen. Wichtig ist wirklich, dass man ordentlich Hitze rein bringt. Das Kunststoffteil hat das gut ausgehalten. Man muss halt auf das Blech blasen und auf den Kunststoff direkt. Dann passiert nichts. Ich habe es so heiß gemacht, dass sich der silberne Lack schon leicht braun gefärbt hat. Aber das ist ja nicht schlimm, wenn neuer drauf kommt. Auf den Fotos kann man die Einzelteile sehen und auch die empfindliche Stelle, an der es bei zu viel Gewalt schnell einen Knick gibt. Vielleicht hat ja jemand ähnlich Erfahrungen oder Verbesserungsvorschläge, um die Holmen zu zerlegen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
boehmtiefbau@gmail.com Geschrieben am Mittwoch um 20:12 Hallo, finde ich gut, das sich jemand mal damit beschäftigt hat. Meine Dachholme haben auch hinten unten die Pest, habe das Gummi leicht angehoben und versucht das zu beseitigen, Rostumwandler, neu lackiert, aber fängt wieder an zu gammeln, nicht mal ein Jahr her. Man denkt einfach, ist ein unwichtiges Teil, kann man neu Kaufen, bzw. gebraucht . Gruss Wilfried Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Broxin Geschrieben am Mittwoch um 22:27 (bearbeitet) Eine SUPER IDEE @OliB. 👍👍👍 Evtl wäre es gut eine chemikalie zu finden die den kleber zersetzt und es über nacht einwirken lassen. Du kannst ja mal probieren evt stücke von dem gummi mit aceton / waschbenzin / terpentin / kontaktchemie solvent 50 / xylol einzupinseln. Es ist bestimmt ein butylkautschuk oder synthesekautschukbasierter karosseriekleber. Soweit ich weiss müsste den xylol (bei amazon z.b.), terpentin / terpentinöl, waschbenzin (naphtha / testbenzin), Kontakt Chemie Solvent 50 (orangenterpene) auflösen. Ich würde zu xylol greifen, jedoch ist zu testen ob es das plastik auch auflöst. Dann die reihenfolge an verschiedenen lösestoffen abarbeiten. Xylol ist z.b. gut um eine gebrochene brillenfassung anzuweichen, zusammenzufügen und es ist dann wie geklebt, das heisst also, dass es kunststoffe auch zersetzt, nur welche art von kunststoffen ist mir unbekannt. Steht irgendwo die kunststoffart auf dem holm? PP? PE? Könnte irgendwo eingegossen sein der kunststoffcode bearbeitet Mittwoch um 22:31 von Broxin Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
OliB. Geschrieben am Donnerstag um 03:41 Ich schau mal nach, ob ein Material drauf steht und werde mit dem Versuchsholmen mal ein paar Test machen, ob sich der Kleber anlöst. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
dynajoern Geschrieben am Donnerstag um 06:22 Schön das man mal einen Einblick bekommt wie es im Inneren aussieht. Mehr als die Entfernung des Dichtgummis und oberflächliche Kosmetik hab ich mir noch nicht zugetraut.Hätte nicht gedacht das es so schlimm aussieht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
MBNalbach Geschrieben am Donnerstag um 08:59 Endlich hat's jemand probiert. Danke für die Forschung. Statt mag Draht würde sich hier doch gerade zu ein Scheiben aus trenn Draht aufzwingen. Der ging durch den Scheiben Kleber wie ein heißes Messer durch Butter. Ist umlaufend ein Spalt wo man mit dem Draht zum Klebstoff kommt? fortwo cabrio, bj 06/00, 600er, aufgebraucht, abgemeldet fortwo cabrio, bj 09/01, CDI, verkauft mit 269tkm fortwo cabrio, bj 04/04, 700er, das Schwarze Elend... fortwo cabrio, bj 04/19, eq Passion, für die Dame des Hauses Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
OliB. Geschrieben am vor 6 Stunden (bearbeitet) Ich habe gestern noch zwei andere Holmen zerlegt und ein paar neue Erkenntnisse. Ich habe versucht, einen Draht zum Schneiden zu verwenden. An der spitzen Seite bekommt man ihn auch mit relativ wenig aufwand eingefädelt, aber es funktioniert im großen und ganzen nicht besonders gut. Da das Blech an den Kanten umgelegt ist, zieht man den Draht immer Richtung Kunstsoff. Bei mir hat er sich dann an einer Stelle in den Kunststoff eingearbeitet und verhakt. Ist also nicht zum empfehlen. Ich habe an dem ersten Holmen bestimm 1,5 Stunden gearbeitet. Ich war etwas vorsichtiger, da dass jetzt kein Versuchsholmen war, sondern er wird noch gebraucht. An dem zweiten Holmen war ich mit der folgenden Methode deutlich schneller (ca. 30min) 1. an der unteren Seite des Holmens, wo das Blech abgewinkelt ist, mit der Heißluftpistole (2kW, höchste Stufe erhitzen) Evtl. Reduzierdüse verwenden. Geht aber auch ohne. 2. Mit dem Cuttermesser oder schmaler Spachel die Klebefuge aufschneiden, wie auf dem Foto zu sehen. Das geht sehr gut, wenn man in Abschnitten immer 5-10cm erwärmt und dann schneidet. 3. Die obere Seite und vorn und hinten mit einem Gaslötbrenner im 45° Winkel flach dem oberen Blechrand ca 2cm breite erhitzen und mit breitem Schlitzschraubenziehen oder kleinen Keilen vorsichtig hebeln. Hier auch wieder Abschnittsweise erhitzen und hebeln. Man muss nur aufpassen, dass die Gasflamme nicht die Kunststoffführung trifft. Der Gasbrenner bringt deutlich mehr Hitze und das Blech löst sich recht einfach und deutlich materialschnonender vom Kleber. Ich hatte keine Probleme, dass sich das Kunststoff verformt hat. Wenn man es nicht direkt mit der Flamme trifft, hält es der Temperatur stand. Es handelt sich übrigens um Polyamid mit 15% Gasfaserzusatz (PA6GF15) Auch der Lack steckt die Temperatur erstaunlich gut weg. Er verfärbt sich etwas, aber schlägt nur selten Blasen. Ein paar Fotos sind wieder im Anhang. Die beiden Bleche sind nun gerade beim Strahlen. bearbeitet vor 6 Stunden von OliB. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Broxin Geschrieben am vor 1 Stunde (bearbeitet) vor 4 Stunden schrieb OliB.: Es handelt sich übrigens um Polyamid mit 15% Gasfaserzusatz (PA6GF15) Das ist SUPER! PA müsste gegen xylol beständig sein. Also würde xylol nur den Kleber lösen. Ein Versuch wäre es auf jeden fall wert den kleber mit xylol einzupinseln oder mit der kanülle unterspritzen damit er sich auflöst. bearbeitet vor 1 Stunde von Broxin Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen