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JannineBu

Stiller Gold-Elch... oder so

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Heute in der mz.

 

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Stilles Elch-Mobil

Öffentliche Ladestationen, die es momentan kaum gibt, liefern 400 Volt. Das reduziert die Ladezeit von acht (bei 230 Volt) auf drei Stunden. (FOTO: MZ)
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Halle (Saale)/MZ. Da gibt es eine Weltpremiere und kaum keiner bekommt es mit: Die Mercedes A-Klasse kann nun auch mit Strom fahren. Doch der Stromer mit dem Stern sieht genauso aus wie seine Klassenbrüder, die sich von den Herren Otto oder Diesel antreiben lassen. Die stille Revolution findet unterm Blech statt, vorzugsweise im doppelten Boden des Wagens, der erfunden wurde, um - zwischen den Achsen gelegen - bei einem Frontalcrash-Fall den Motor aufzunehmen, auf dass die Unfallfolgen minder schwer werden.

Dort hinein haben die Mercedes-Ingenieure die Lithium-Ionen-Batterien gepackt, die den Strom für den E-Motor liefern. Der treibt die Vorderräder an und schafft im Dauerbetrieb 68 PS (50 kW). Kurzzeitig, so seine Entwickler, kann er bei voll geladenen Batterien sogar 95 PS abgeben (70 kW).

Kräftiger Durchzug vom Start weg

Die Dauerleistung mutet wenig an, macht aber beim Fahren viel Spaß. Denn im Stil einer Straßenbahn steht das elektrische Drehmoment gleich von Beginn an in voller Höhe von 290 Newtonmeter zur Verfügung. Erst über 100 km / h flacht der Durchzug erkennbar ab. Spitze 150 sind dennoch gut erreichbar, man habe dort einen elektronischen Riegel vorgeschoben, sagt Mercedes, damit die Reichweite entsprechend größer wird. Denn auch hier ist es wie seit hundert Jahren: Schnell fahren kostet - Strom in diesem Fall, die Batterie ist schneller leer. Damit der Vorrat möglichst lange reicht, wird beim Bremsen Elektroenergie zurückgewonnen. Bei ersten Testfahrten - vorrangig in der Großstadt - konnten so gut 200 km erreicht werden, versprochen werden gar 255 km. Ist der Akku leer, muss der Wagen +acht Stunden an die heimische 230-Volt-Steckdose. An öffentlichen Ladestationen - wie oben im Foto - können 400 Volt angeboten werden, da ist die Batterie bereits nach drei Stunden voll.

Solche Stationen gibt es aber noch nicht in sinnvoller Zahl. Noch ist alles in der Testphase, gleichwohl die elektrische A-Klasse nun als Serienfahrzeug in Rastatt vom Band läuft, so wie die "normale" Version. Freilich, beim Stromer werden pro Jahr zunächst nur 500 montiert, und kaufen kann man die auch nicht so ohne weiteres - sie wären schlichtweg zu teuer. Einen echten Preis verrät Mercedes noch nicht. Denn nach wie vor treibt die Batterietechnik den Preis gewaltig nach oben. Von rund 25 000 Euro für die Stromquelle ist - unbestätigt - zu hören. Ähnliche, aber viel kleinere japanische Fabrikate kosten zwischen 30 000 und 40 000 Euro pro Wagen.

Der Weg zur Elektro-A-Klasse führt ausschließlich über einen Leasing-Vertrag. 1 070 Euro kostet ab Frühjahr 2011 die monatliche Rate. Da hat man den Wagen vier Jahre und darf 60 000 Kilometer weit fahren. Zum Vergleich: Peugeot will für seinen deutlich kleineren "i-on" 599 Euro Leasing-Gebühr, allerdings fährt der auch nicht so weit mit einer Ladung Strom und hat deutlich weniger Platz. Den hat die elektrische A-Klasse genau so viel wie der Klassiker. 435 Liter fasst der Kofferraum, 1 370 werden es bei umgeklappten Rückenlehnen, denn die Akkus sind ja im Fahrzeugboden verstaut. Nur wiegen diese ganz schön, weshalb sich die Zuladung von 510 auf 350 Kilo verringert.

 

:o

 

1.070,- Euro pro Monat - macht in vier Jahren 51.360,- Euro Leasing Rate (oder umgerechnet 85,6 Cent pro Kilometer). Wieso angesichts dieser Preise immer wieder so getan wird, als wären Details wie das Kofferraumvolumen oder die Fahrleistungen irgendwie relevant, bleibt ein Rätsel. So ein Ding ist kein Auto das anhand praktischer Nutzwertkriterien einzuordnen ist, sondern ein politisches Statement - und nur als solches kann es auch bewertet oder gar getestet werden.

 

JB

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    • Servus Marc!   Du weißt, weshalb ich den altbekannten Ausspruch vom Ahnungslosen etwas umgeändert habe. 😉   Darüber hinaus hatte ich zwei Turbos, auch wenn es 450er waren. Bei den 450ern gab es ebenfalls genügend Ausfälle und man musste den Turbo des Öfteren wechseln.   Die Gründe dafür waren aber andere. Und ein Turbo ist halt mal ein Verschleißteil auch wenn die TBO eine sehr lange ist. Aber ich bin generell kein Freund von den zwangsbeatmeten Smarts.   Beim 451er Turbo ist halt die Sache mit dem Krümmer schon etwas dilettantisch bzw halbherzig gemacht worden.   Das coole am Turbo ist tatsächlich die Eigenschaft, dass man mit relativ geringen Aufwand ein Vielfaches an Leistung gewinnen kann. Da gebe ich dir zu 100% recht. Wenn man es eben ordentlich macht. So wie du es auch gemacht hast.   Leider gibt es genug Smarties, die nur ein SW-File aufspielen und sonst nichts ändern oder dementsprechend konsequent weitere Komponenten optimieren.   Auf Grund der erhöhten Abgastemperaturen, fördert man somit die Ausfallswahrscheinlichkeit der Originalkrümmer vermehrt, da diese erhöhte Temperaturen dem Material stärker zusetzen.   Auf der Anderen Seite gibt es auch nicht getunte Turbo-Boliden, wo die Krümmer sich aus Altersgründen (Materialermüdung) zerlegen. Auch das ist unumstritten.   Wie du diesbezüglich richtigerweise schreibst, muss man halt ab und an erweiterte Kontrollen in der Form einer Sichtprüfung des Krümmers, durchführen.   Das ist wie beim mhd. Da ist es auch wichtig, dass man „ab und an mal reinschaut“ und den Riemen jährlich wechselt. Dann ist man sicher unterwegs.   Eines kann man wahrscheinlich verallgemeinern: mhd-Fahrer, Turbo-Fahrer, Cabrio-Fahrer und Turbo-Cabrio-Fahrer haben es alle gleichermaßen gut, wenn sie sich gut um Ihre Boliden kümmern.    In diesem Sinne auch von mir smarte Grüße aus dem Ösiland!  
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